5.9.2025
Xpeng:
Drei Schritte in die Zukunft

Xpeng G6 und G9 sind zwei der Highlights des chinesischen Autoherstellers auf der IAA. Die SUV-Modelle mit Stilheck und als Coupé wurden gründlich überarbeitet.
Innovation, Tempo, Ästhetik: Bei den chinesischen Herstellern geht es weiter Schlag auf Schlag. Kaum ein Jahrzehnt alt ist die in Guangzhou beheimatete Marke Xpeng, erst 2018 wurde das erste Modell gezeigt, und zwar standesgemäß auf der CES in Las Vegas, der globalen Leitmesse der Elektronik-Welt. Zur IAA in München fokussiert sich Xpeng auf drei hochinnovative Modelle: Das viertürige SUV-Coupé G6 und der große SUV G9 wurden umfassend überarbeitet. Die sportliche Limousine P7 kommt in einer völlig neuen Modellgeneration.
Xpeng ist eine reine Elektromarke, der Fokus liegt klar auf Zukunftstechnologien. Und so arbeitet man auch an autonomen Fahrsystemen, sogar ein flugfähiges Modell befindet sich in der Entwicklung. Das alles steht auch in Beziehung zum existierenden Modellprogramm. Die Erkenntnisse aus der Forschung fließen immer wieder in die Fahrzeugentwicklung ein.
Das zeigt sich zum Beispiel beim G6, der vor nicht einmal zwei Jahren in Europa eingeführt wurde und nun bereits umfassend überarbeitet wird: 81 Modifikationen prägen das neue Modell. Von außen ist die neue Generation vor allem an dem nunmehr durchlaufenden Leuchtenband vorn sowie an dem aerodynamischen Heckbürzel erkennbar, das den sportlichen Look unterstreicht. Der Xpeng G6 lässt sich übrigens auch individualisieren, beispielsweise mit der changierenden Farbe „Stellar Purple“ oder mit dem „Black Edition“-Paket, das den G6 innen und außen in tiefes Schwarz taucht.
Unter der modernen Außenhaut steckt – wie bei allen Xpeng-Modellen – eine 800-Volt-Architektur, die derzeit das Nonplusultra unter den Elektro-Architekturen darstellt. An die Stelle der bislang verbauten NCM-Akkus treten Lithium-Eisenphosphat-Batterien, die deutlich umweltfreundlicher sind, weil sie ohne Kobalt und Nickel auskommen. Die maximale Ladeleistung liegt bei sensationellen 451 kW, und damit kann der Akku in gerade einmal 9 Minuten von 20 auf 80 Prozent aufgeladen werden.
+Das Interieur des Xpeng G9 wurde teilweise neu gestaltet, das Augenmerk liegt hier auf Vernetzung mit den Geräten der Passagiere via Android Auto und Apple CarPlay und einem blitzschnellen, intuitiven Interface, um die Fahrzeugfunktionen anzusteuern. Dazu verbaut Xpeng einen von Qualcomm zugelieferten Snapdragon-8295-Prozessor-Chip der neuesten Generation. Nur ein Beispiel für den hohen Nutzerkomfort: Zwei 50-Watt-Ladeschalen für die Handys sind serienmäßig, und sie sind sogar belüftet, um ein Überhitzen zu vermeiden. Die XOPERA-Hifi-Anlage sorgt für Klangerlebnisse der gehobenen Kategorie.
Die Leistung kann sich sehen lassen: Das heckgetriebene Modell Xpeng G6 RWD Long Range leistet 218 kW/296 PS und kostet 47.600 Euro, das Topmodell G6 AWD Performance mutiert mit zusätzlichen 140 kW/190 PS vorne zum 357 kW/486 PS starken Allradler – für günstige 4.000 Euro Aufpreis. Ein Einstiegsmodell mit kleinerem Akku wird nachgereicht.
Auch der große G9, stilistisch ein SUV klassischerer Bauart, kommt zur IAA in den Genuss zahlreicher Änderungen. Dazu zählen serienmäßige 20-Zoll-Räder, ein großes Panoramadach sowie Komfortsitze mit einer optionalen Massagefunktion. Das Infotainment-System wird analog zum G6 aufgewertet, der Look ist jedoch eigenständig, bis hin zum riesigen Doppelbildschirm, der sich bis vor den Beifahrer erstreckt.
Wie beim kompakteren G6 wechselt Xpeng auch beim G9 Xpeng auf die neue, ultramoderne Lithium-Eisenphosphat-Batterie; die Aufladezeiten sind dank 800-Volt-Architektur mit bis zu 525 kW Ladeleistung extrem kurz. Der geräumige SUV ist in drei Varianten lieferbar: Der Xpeng G9 RWD Standard Range leistet 258 kW/351 PS und kostet 59.600 Euro; der gleich starke Xpeng G9 RWD Long Range kostet mit seinem größeren Akku 63.600 Euro – und für den 423 kW/575 PS starken Xpeng G9 AWD Performance mit Allradantrieb müssen 72.600 Euro den Besitzer wechseln.
Während die Neuerungen bei G6 und G9 unter der Außenhaut stecken, profiliert sich die Sportlimousine P7 mit einem vollständig neuen Auftritt. Der Elektro-Vier-türer wird zum ersten Mal in Europa gezeigt, seine flache, muskulöse Form wird von futuristischen Licht-Elementen akzentuiert. Trotz seiner extrem sportlichen Form gewinnt der P7 auch an Alltagstauglichkeit: Er verfügt jetzt über eine große Heckklappe. Bei ihm kommt ebenfalls eine 800-Volt-Architektur zum Einsatz.
Neben den drei starken E-Autos gewährt Xpeng übrigens noch Ausblicke der anderen Art: Der humanoide Roboter IRON hat auf der IAA ebenfalls seinen Auftritt.
Jens Meiners

